Darf Employer Branding heute Comedy sein?

Händeringend gesucht: Servicehelden mit Herz

Virale Superserviceheldenfilme lösen Stellenanzeigen ab – und werden immer schräger. Aktuell werben die Ost Boys mit verwackelten Bildern und derbstem Straßenslang für Jobs bei Edeka: „Handelsfachwirt!? Kann man gut Chef werden!“ Seit Juni ist das Video online, mehr als 300.000 Mal wurde es geschaut. Und jetzt: Seit 30. Juli online und schon weit mehr als 600.000 Aufrufe: „Weil wir Gastgeber mit Herz und Seele suchen“ von McDonald’s. Featuring „Andi“, dem Service-Androiden, vermeintlich perfekt im Kundenkontakt – tatsächlich aber ein Totalausfall. Kapiert nix, verärgert alle, wird zum Schluss abgeschaltet. Diese Filme bringen mich immer wieder zum Lachen und auch zum Nachdenken.

Employer Branding mit Augenzwinkern

Ja, Employer Branding darf heute Comedy sein. Muss vielleicht sogar mit Augenzwinkern daher kommen. Wer glaubt denn noch das, was in statischen Hochglanzbroschüren steht? Und wer erreicht noch Aufmerksamkeit mit einem Aushang an der Uni. Niemand! Also: Alles richtig gemacht in Sachen Superserviceheldenfilme. Chapeau!

Doch mit Witzfilmen allein hat noch niemand seine Servicekultur ins digitale Zeitalter gebracht, und damit ist auch noch niemand Servicechampion geworden. Wirklich richtig gut wird die Sache erst im „Real Life“. Wenn wir unseren Mitarbeitern mit Herz und Seele begegnen. Mit Respekt. Mit Zutrauen. Und mit Aufmerksamkeit. Erst dann spreche ich von Servicehaltung!

Im Real Life zählt die Haltung

Wir alle wissen, dass hier noch immer vieles im Argen liegt. Wie sollen Mitarbeiter wundervolle Menschmomente zaubern, wenn sie selbst keine erleben? Wenn der Empfang am ersten Morgen lieblos ausfällt und der Tag genauso planlos weitergeht, die Uniform nach Wochen immer noch nicht geliefert wurde und von einem durchdachten Onboarding-Konzept jede Spur fehlt? Mitarbeiter entscheiden in den ersten sechs Monaten, ob sie bleiben oder gehen. Und im Schnitt kostet es das 1,5-fache Jahresgehalt, wenn ein Mitarbeiter kündigt.

Faire Verträge, Kommunikation auf Augenhöhe, Begegnungsqualität zwischen Tür und Angel: Servicehaltung beginnt bei den eigenen Mitarbeitern. Klar: Haltung ist leise. Haltung fängt keine Youtube-Klicks. Bringt im Wettbewerb aber den entscheidenden Pluspunkt. Und wissen Sie was? Um diese Haltung nach vorne zu bringen, stehe ich jeden Tag gerne auf. Im Moment gerade für eine große österreichische Tourismusregion, damit es wieder genug echte „Andis“ als Schilehrer gibt und herzliche Gastgeber in den Schihütten. Und vor allem, damit die „Andis“ auch in der nächsten Saison wieder aus Überzeugung an Bord sind und vielleicht noch einen weiteren „Andi“ mitbringen. Echte Servicekultur zieht echte Servicehelden an!

Service ist kein Projekt – Service ist Haltung!

Sie suchen händeringend Fachkräfte für Ihren Kundenservice und wüssten gerne, wie Sie Servicehelden finden und sie vom ersten Tag an begeistern? Sprechen Sie mich an!

Herzliche Sommergrüße,

Ihre Sabine Hübner

(Bild: © luismolinero / stock.adobe.com)